Institut für Neurolinguistisch-Programmierende Psychotherapie (NLPPt)  
                                             "NLPPt - Institut - Vulkaneifel" in Üxheim (Vulkaneifel)
                                             Institut für theoretisches NLP und theoretische NLPPt


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Ein Gespenst geht um in Europa




Hallo, Ihr da draußen,



wer kennt ihn nicht, den einleitenden Satz zum kommunistischen Manifest von Karl Marx: „Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus.“ Jetzt geht ein neues Gespenst um, das Gespenst des „Neurolinguistischen Programmierens“ (NLP). Und beide machten/machen den Menschen Angst. Der Kommunismus ist durch den Gang der Geschichte als Angstquelle ausgeschieden. So weit ist das NLP noch nicht. Aber ganz ruhig: in 100 Jahren wird auch das NLP überholt sein. Das ist der Gang der Dinge. Doch derzeit gilt noch, daß das NLP zumindest als "enfant terrible der Psychotherapie" etwas Gespenstisches an sich hat, - obwohl es doch andererseits der letzte Stand des wissenschaftlichen Irrtums ist.


Merkwürdig ist, daß das NLP einerseits verpönt ist, sich aber andererseits in der Kommunikationskultur der Wirtschaft, wenn auch oft nur hinter vorgehaltener Hand, stark ausgeweitet hat. In der Wirtschaft wird auf allen Ebenen NLP gelernt, gelehrt und angewandt, doch gibt das selten jemand offen zu. Das ist halt der gespenstische Charakter des NLP, es ist zum Greifen nah und doch nicht da, wenn auch immer wieder kurz sichtbar, und dann wenn man zugreifen möchte auch wieder verschwunden.


Ich wurde einmal von einem NLP-Trainer für die Mitwirkung bei einer geplanten Weiterbildung in einem Weltkonzern umworben. Vor dem ersten Kontakt mit der Weiterbildungsabteilung des Konzerns wurde ich jedoch vergattert, daß Kürzel "NLP" nur nicht auszusprechen, sonst könne es mit meiner Mitarbeit nichts werden. Und das, obwohl die meisten Manager-Seminare inhaltlich reines NLP anbieten. Und auch die Mitarbeiter auf den niedrigeren Rängen besuchen zuhauf NLP-Practitioner-Seminare. Am Ende möchten einige Teilnehmer aber neben dem offiziellen DVNLP-Teilnahme-Zertifikat noch ein zweites Zertifikat, und zwar ohne NLP-Hinweis, einfach eine Bescheinigung über die Teilnahme an einem sogenannten "Kommunikationsseminar", und zur Vorlage in der Personalabteilung einer Behörde oder des Öffentlichen Dienstes, denn die dürfen von NLP nichts wissen.


Es scheint, als wollten viele zwar NLP erlernen, doch wollte niemand offiziell zur Familie der NLP-ler gehören.


Merkwürdig, daß die Begrifflichkeiten des NLP seit dem Jahrtausendwechsel in vielen Lebensbereichen verstärkt auftauchen. Zum Beispiel in der Politik. Dort ist man seit einigen Jahren merkwürdigerweise "gut aufgestellt", - hat also wohl an einer zum theoretischen Dunstkreis des NLP gehörenden Aufstellungsarbeit teilgenommen. Aber das NLP einmal wertschätzend zu benennen und sich daneben zu stellen, das geschieht eigentlich so gut wie gar nicht.


Merkwürdig auch, daß es im Fernsehen seit einigen Jahren "Formate" gibt, ein wichtiger Begriff aus dem NLP. Ein Begriff, den es erst zu beobachten gibt, seitdem das NLP ihn eingeführt hat.


Ein Gespräch in netter Smalltalk-Runde: "Nein, was Sie nicht sagen, NLP (?), da halte ich ja gar nichts von. Nein, wir doch nicht, das ist doch Manipulation. Ist ja auch völlig unwissenschaftlich. Das kommt alles von den Scientologen, - jaja, NLP-ler und Scientologen sind wohl dasselbe, - oder sind es doch die Esoteriker. Nein, mit so etwas haben wir nichts zu tun. Nein das sind wir nicht, das sind die anderen."


Und auch in psychotherapeutischen Publikationen findet man immer wieder NLP-Denkweisen, - was wiederum nicht schlimm ist, - nur daß wieder einmal die Quellen nicht genannt werden und das Publizierte nicht als Abkömmling von NLP offengelegt wird. Selbst hier, also sogar bei den sonst so selbstkritischen Psychotherapeuten, soll wieder einmal etwas verdeckt, verheimlicht und verdrängt werden. Und das bei dieser Berufsgruppe! Typisches neuerliches Beispiel ist die Publikation „MiniMax-Interventionen“ von Manfred Prior. Alles was in dieser Veröffentlichung geschrieben steht, ist dem NLP und dem NLP-Format „Metamodell der Sprache“ plagiathaft entnommen worden. Daß dies niemand merkt, daß dies niemand aufdeckt und kenntlich macht, das ist das Schlimme. Wie singen die Prinzen? „Das ist alles nur geklaut, ja das hab ich mir erlaubt.“


Man kann sich heute in psychotherapeutischer Gesellschaft als gebildet erweisen, wenn man einfließen läßt, daß das NLP unwissenschaftlicher Unsinn, schlechte Esoterik oder scientologisches Gedankengut sei. Dies ist ein Urteil, das gefällt wird, bevor die Menschen sich kundig gemacht haben, - es ist deshalb im wörtlichen Sinne ein sogenanntes Vor-Urteil. Dagegen erfährt man grobe Ablehnung, wenn man sich als NLP-ler outet. So dem Autor dieser Zeilen geschehen anlässlich einer Geburtstagsfeier im Verwandtenkreis, - ausgesprochen durch eine Professorin der Sozialpädagogik: „Ach, du machst NLP! Du willst also Menschen manipulieren. Ach, und deine Kurse laufen nicht? Schön. Da würde ich mich an deiner Stelle als Psychoanalytiker mal fragen, warum“, - und dann wendete sie sich nachhaltig ab.


Der Hinweis auf die immer noch prestigehaltige Berufsbezeichnung "Psychoanalytiker" sollte wohl daran erinnern, daß man doch gleichsam automatisch einer wissenschaftlichen Zugehörigkeit verpflichtet sei, - daß man doch quasi immerhin eine Art psychoanalytischen Amtseid geleistet habe und dem psychoanalytischen Zölibat verpflichtet sei. Es wird ein Metaprogramm aktiviert: Hier sind wir, und dort sind die Anderen, unsere Feinde, - und so wird ein Denk- und Veränderungsverbot ausgesprochen. Denkverbote sind Anzeichen einer wissenschaftlichen Naivität, die heute leider auch Kennzeichen von Psychoanalyse ist, - der gleichen Psychoanalyse, die vor 100 Jahren doch selbst einmal ein revolutionäres Gespenst war. Aber die Revolution frißt ja bekanntermaßen ihre Kinder.


Dabei ist völlig klar, daß die Psychoanalyse heute überholt ist (Lebiger-Vogel, Judith, „Der Rückgang psychoanalytischen Nachwuchses ist eine gemeinsame Sorge vieler psychoanalytischer Fachgesellschaften. Gleichzeitig erfahren verhaltenstherapeutische Ansätze unter dem Label »evidenzbasierte Therapie« weite Verbreitung mit weitreichenden Konsequenzen für die universitäre Lehre“, in: Psyche, 2015, S. 347 – 374)


Wenn es zu einem Vergleich von Psychoanalytischer Psychotherapie (bis zu 300 Sitzungen) und der NLP-Psychotherapie (bis zu 25 Sitzungen) auf Basis einer in den letzten Jahren in Kliniken immer weiter verbreiteten evidenzbasierten Einschätzung kommt, dann hat die NLP-Psychotherapie und ihr Paradigma die Nase weit vorn und wird die psychoanalytische Therapie erdrücken. Ein Vorzeichen für diese Entwicklung ist das EMDR (ein prominentes Format der NLP-Psychotherapie), dessen Siegeslauf jetzt schon Bände spricht. Und die Psychoanalytiker schulen sich nach und belegen alle EMDR-Seminare. Was ihnen dabei nicht bewußt ist, ist der Umstand, daß sie damit einen Paradigmenwechsel vollziehen. Und sie wissen noch gar nicht, wen sie sich damit in ihr Bett geholt haben und welche Konsequenzen und Risiken das für sie in sich birgt. Es wird eine Nachfrage nach „anderen“ EMDR-Formaten geben, - und sie werden über den Zaun in das Land der NLPPt schauen und finden dort die Geschwister-Formate des EMDR.


Damit ist auch gemeint, daß die NLP-Psychotherapie die Psychoanalyse auf der Ebene des mittlerweile erreichten gesellschaftlichen Prestiges und der gesellschaftlichen Akzeptanz überholen wird. Aber so weit ist das NLP noch lange nicht. Die Psychoanalyse ist ja immerhin zum geistigen Grundbestand unseres mitteleuropäischen Alltagsdenkens geworden, - mit Ausnahme der Edelanstalten unseres sogenannten unwissenschaftlichen Denkens, den Schutz- und Trutzburgen aller Glaubenssätze, nämlich den Universitäten. Hier ist das NLP merkwürdigerweise noch nicht hingedrungen. Dabei ist die dem NLP innewohnende innovative Kraft und psychotherapeutische Stärke der thematisch ausgelutschten Psychoanalyse doch bei weitem überlegen. Das aber scheint aus der Fachwelt niemand zu sehen oder laut zu sagen.


Mittlerweile ist die Psychoanalyse ja über ca. 100 Jahre so weit durch alle Presseorgane (wenn auch inhaltlich völlig falsch und daneben) erzählt und umerzählt worden, daß es heute zum guten Bildungsstandard gehört, eine schwere Kindheit gehabt zu haben und an einem unbewußten Ödipuskomplex zu leiden. Man muß sich ja bereits schämen, wenn man sagt, man habe eine gute Kindeit gehabt. Das kann einfach nicht sein, - dann muß man aber noch mal schnell in Therapie oder Supervision. Publikationen des 20. Jahrhunderts kann man leicht daran erkennen, daß bereits auf dem Buchdeckel, der Rückseite, oder aber spätestens auf der ersten Seite gesagt wird, daß die Eltern an allem Schuld seien. Der schönen Geschichte von den bösen Eltern einmal den Garaus machen und das Leben mit 30 Jahren endlich einmal selbst in die Hand nehmen, - nein, das läßt unser Denken nicht zu. Mal etwas ganz anders tun als bisher? Das geht doch nicht, ich hatte doch eine schlechte Kindheit. Und so fällt die Psychoanalyse auf "Geschichten" herein, die bei ihrer Entdeckung kontextual auch stimmten, die aber heute nicht mehr stimmen, weil sie zur Floskel geworden sind. Die Psychoanalyse hat die innovative Kraft verloren und ist zu einem System von Glaubenssätzen verkommen.


Um meine Behauptung zu belegen gehe ich zum Bücherschrank, greife beispielhaft irgendein psychoanalytisches Buch heraus (es ist zufällig von Kernberg, Otto F., Borderline-Störungen und patologischer Narzißmus, Frankfurt a.M. 1990), schlage zufällig eine Seite auf (es ist die Seite 84) und lese:


„Menninger (1959) hat die Bedeutung der Hoffnung als einer Grundstrebung der Menschen untersucht und sie als Ausdruck des Lebenstriebes entgegen den Kräften der Destruktivität und Selbstdestruktivität beschrieben. Money-Kyrle (1956) zufolge entspringt die Sorge des Analytikers um das Wohlergehen seiner Patienten aus Wiedergutmachungstrieben gegen frühe destruktive Tendenzen des Analytikers sowie aus seinen Identifizierungen mit den Eltern. …. Winnicott (1963) nimmt an, daß die Sorge um andere Menschen aus abgewandelten Schuldgefühlen stammt. Ermöglicht werde diese Entwicklung beim Kinde durch die gelungene Verarbeitung vielfacher Zyklen von Aggression, Schuldgefühl und Wiedergutmachung.“


Ich muß hier mit dem Zitat Schluß machen, denn es geht immer so weiter, 387 Seiten lang, und der kritischen Anmerkungen werden es jetzt nac drei Säzen schon zu viele sein. Sind das nun alles Wahrheiten? Wissenschaftlich belegte Erkenntnisse?


Nein, das sind alles Vermutungen, Konstruktionen, Annahmen und Glaubenssätze. Wie kann man von einer „Bedeutung der Hoffnung“ sprechen und diese dann mit biologisch gedachten „Trieben“ zusammenbringen. Hier stimmt etwas nicht mit der Logifizierung der Theorie (Logifizierung: wenn ich an Triebe glaube, dann kann ich nicht mit Freiheit zur Sorge kommen, dann ist die Sorge halt auch ein Trieb, und wenn ich ein Taschentuch wegwerfe, habe ich dann einen Wegwerftrieb? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Logifizierung). Und wer beweist die Existenz des Triebes zur Selbstdestruktivität? Und Money-Kyrle sagt nicht, wie er zu seiner Erkenntnis kommt, - es ist einfach so, daß diese Erkenntnis einfach so kommt, halt "Money-Kyrle zufolge". Und was sagt er? Er sagt, daß die Sorge des Analytikers um seinen Patienten gar nichts mit dem Patienten und auch gar nichts mit der aktuellen Sorge um den Patienten zu tun hat, nein, es hat vielmehr mit einem Wiedergutmachungstrieb wegen zerstörerischer Tendenzen in der Kindheit zu tun, wobei noch Identifkationen mit den Eltern eine ungeklärte Rolle gespielt haben. Und Winnicott weiß es auch nicht so genau, weshalb er nur annimmt, - er glaubt also nur - , daß die Sorge des Analytikers mit dessen gelungener Verarbeitung von ganzen Zyklen von Aggression, Schuldgefühl und Wiedergutmachung zu tun hat, aber er kann das nicht beweisen, weshalb er es nur annimmt. Und es ist der Glaubenssatz in uns, der da sagt, es hänge ja alles mit der schlechten Kindheit zusammen.


Blicken Sie da noch durch? Glaubenssätze über Glaubenssätze? Aber das gilt als Wissenschaft, während die NLP-Therapie, die mit den beweisbaren fünf Sinnen daher kommt, als Esoterik bezeichnet wird. Welt, wie stehst du mal wieder auf dem Kopf.


Nur der allseits verpönte "Dieter Bohlen", - ja der "Dieter Bohlen" von DSDS, der hat es auf den Punkt gebracht: "Ich will nicht von dir hören, daß du eine schlechte Kindheit hattest. Komm mir nicht mit dieser Mitleidsnummer. Ich will hören, ob du singen kannst. Für deine schwere Kindheit bekommst du von mir keinen Bonus. Andere hatten auch eine schlechte Kindheit und konnten trotzdem singen." Jetzt wird manch ein Leser diesem Text aber nicht mehr folgen wollen und am liebsten aussteigen: "Dieter Bohlen? Nein, wer Dieter Bohlen erwähnt, der ist doch unterste Kiste, dem ist nicht zu trauen (komplexe Äquivalenz)". Eine Wahrheit wird nicht unwahr, nur weil sie der Falsche ausspricht.


NLP ist der Psychoanalyse sowohl theoretisch wie auch praktisch psychotherapeutisch überlegen. Als Beleg verweise ich auf den Siegeszug des EMDR, auf die Ergebnisse der neueren Hirnforschung, die bisher noch alle Aussagen der NLP-Psychotherapie bestätigt hat, sowie meine persönlichen Psychotherapieerfolge. Dennoch ist das NLP allenthalben abgelehnt. Aber woher kommt diese Ablehnung des NLP? Das ist doch sehr merkwürdig, daß ein so gut wirkendes Verfahren so abgelehnt wird. Die Ablehnung kann man natürlich damit zu erklären versuchen, daß einige Größen des NLP durch ihr unseriöses Auftreten (massenhysterisches Schaka-Schaka-Geschrei vor tausenden von Menschen) und durch ihre Profitgier das Bild von NLP negativ aufgerüstet hat. Aber diese Erklärung greift zu kurz. Schwarze Schafe gibt es in jedem Bereich, doch meistens schleift sich das ab. Nein, es hat wohl eher damit zu tun, daß es sich hier um ein völlig neues Paradigma handelt, das irgendwie Angst auslöst. Ich vermute, daß das NLP mit den von Freud beschriebenen drei großen narzißtischen Kränkungen der Menschheit zu tun hat: Nach Freud bestand die erste Kränkung der Menschheit darin, daß die Erde nach Kopernikus/Galilei nicht mehr im Mittelpunkt der Welt war (wir sind Gott nicht so zentral wichtig wie wir dachten). Die zweite Kränkung erfolgte durch Darwin: wir sind keine göttlichen Geschöpfe, sondern wir stammen vom Affen ab. Die dritte Kränkung fügte die Psychoanalyse der Menschheit mit der Erkenntnis zu, daß der Mensch nicht ein bewußtseingesteuertes Kulturwesen, sondern ein durch unbewußte Prozesse gesteuertes Geschöpf ist. Jetzt aber kommt es zu einer Art Richtungsumkehr: Nicht noch ein weiterer Schritt der Desillusionierung folgt, sondern es kommt zu einem Aufbruch, der da lautet: der Mensch hat alle Macht der Veränderung und der Umprogrammierung in sich. Lange Zeit galt der Glaubenssatz, daß unser Gehirn zu kompliziert sei, als daß man es jemals entschlüsseln könnte. Und da kommt die neuere moderne Hirnforschung mit ihren bildgebenden Verfahren daher und da kommt auch noch das NLP um die Ecke und beide zusammen sagen: "Das Gehirn ist programmiert und wir können es umprogrammieren." Jetzt ist jede Ehrfurcht dahin. Die Mythen von der Nichterforschbarkeit des so komplizierten Gehirns und die Mythen von der Notwendigkeit der unendlichen Psychoanalysen können wir jetzt bei Seite legen. Wir können das Gehirn mit einfachsten Formaten des NLP auf den Punkt genau programmieren, - und zwar kann man das dazu notwendige Instrumentarium auch als Laie, also als Nicht-Psychotherapeut und Nicht-Psychologe, und auch als Nicht-Mediziner leicht erlernen.


Da steht also nicht nur der Manipulationsverdacht gegen das NLP im Raum, sondern da ist auch noch der Angriff auf die Fachwelt (vgl. parallel die Diskussion um Freuds Laienanalyse (Freud, S., Die Frage der Laienanalyse, 1926), der darin besteht, daß behauptet wird, Laien könnten NLP-Programmierungen, - vielleicht sogar besser als Psychotherapeuten und Ärzte - , durchführen. Das läßt für die Fachwelt nur einen Schluß zu: Wenn das Verfahren auch von Laien durchgeführt werden kann, dann kann es kein wissenschaftliches Verfahren sein. Dabei bleibt unbemerkt, daß es sich hier hinsichtlich des Manipulationsvorwurfs um ein Mißverständnis handelt: eine Veränderung der psychischen Programmierungen (Schemata) gelingt nur bei gegebener Compliance und Mitwirkung des menschlichen Trägers des Gehirns, - gegen dessen Willen geht nämlich gar nichts.


Um kein Mißverständnis handelt es sich jedoch hinsichtlich der "Abschaffung" der "Fachwelt". Ja, ich habe gesehen, wie ausgebildete NLP-ler, gleichzeitig aber Nicht-Psychologen, dafür aber Meister in ihrem NLP-Handwerk, hoch wirkungsvolles NLP ausübten, - wobei: "Psychotherapie" darf ich ja aus juristischen Gründen (siehe Psychotherapeutengesetz) gar nicht sagen, - sage es deshalb auch an dieser Stelle besser nicht (Augenzwinkern). Das Vermeiden des Wortes "Psychotherapie" trifft sich gut mit dem Umstand, daß NLP von besonders krassen Gegnern, - und die müssen es ja Gott sei Dank wissen - , nicht als Psychologie, geschweige denn als Psychotherapie, gesehen wird.


Ein weiterer Ablehnungsgrund gegen das NLP: NLP betreibt Psychotherapie wie auch die Ausbildung zum Psychotherapeuten in klar definierten lern- und lehrbaren Ausbildungsschritten. Die ständige Ausweitung der Dauer von Psychotherapien wie auch der Psychotherapeutenausbildung (Richtlinienverfahren) könnte mit Hilfe von NLP auf ein vernünftiges Maß zurück geschraubt werden. Dagegen wird sich dann aber die Lobby der Richtlinienverfahren wehren, denn es geht ja auch um die Futterkrippen der derzeitigen Psychotherapeuten und Psychotherapeuten-Ausbilder. Auch das könnte ein Grund sein, warum das NLP besonders von der Fachwelt geschnitten wird. Es gilt, lieber das teure als das preiswerte Medikament zu verkaufen.


Bei der Einschätzung des NLP-Potentials kommt es nicht darauf an, wie hoch die derzeitige gesellschaftliche Akzeptanz des NLP ist. Es ist dem NLP egal, was die Leute, die Professorenschaft oder was die Schulämter sagen, - darauf kommt es nämlich gar nicht an. Denn ob die Erde nun im Mittelpunkt unseres Sonnensystems steht oder nicht, das hat sich auch nicht daran entschieden, was die Obrigkeiten sagten oder was die römisch-katholische Kurie verkündete, sondern das hat sich daran entschieden, welches Potential der neuen Sichtweise innewohnte, und wie viel „Welterklärung“ die Menschen mit den beiden Weltbildern (Scheibe oder Kugel) abbilden konnten.


Die Psychoanalyse ist zwar an den Universitäten nur unwesentlich besser vertreten als das NLP, aber sie hat wenigstens eine Kassenzulassung. Zu dieser Kassenzulassung ist sie aber nicht durch wissenschaftliche Erfolgsnachweise gekommen, sondern einfach dadurch, daß sie in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts als erstes Psychotherapieverfahren am Psychotherapiemarkt angetreten ist. Es legte doch in den 50iger und 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts noch niemand Wert auf Wirksamkeitsnachweise. Nein, - es war das Gesetz der Ordnung (Hellinger) das sich hier auswirkte: Wer zuerst da ist, der hat Vorrang, der bekommt alles. Der Zweite bekommt nichts. So wurden im Mittelalter die Höfe an den Erstgeborenen vererbt, und so wurde auch das Land im Wilden Westen vergeben: wer zuerst da war, der steckte seinen Claim ab und hatte damit das Recht auf seiner Seite. Und so hatte die Psychoanalyse den Vorteil des quasi Erstgeborenen, nämlich als erste Psychotherapieform am Markt gewesen zu sein. Damit kam sie in den Genuß einer unterstellten Wissenschaftlichkeit, nicht nach der Methode des Nachweises, sondern nach der Methode der schlichten Behauptung (der komplex äquivalent mitgedachten Unterstellung), und sie kam in der Folge dieser Unterstellung dann folgerichtig auch zu einer Kassenzulassung. Später kam dann als Vertreter einer scheinbar größeren Wissenschaftlichkeit die Verhaltenstherapie hinzu. Ok, die Verhaltenstherapie wurde auch noch zugelassen, weil im Finanzierungstopf für Psychotherapie der Krankenkassen noch Geld war, das es auszugeben galt. Doch dann wurden die Schotten zur Futterkrippe geschlossen.


Heute kommt ein neues Verfahren nur dann zu einer Kassenzulassung, wenn es für mindestens fünf Krankheitsbilder je drei Wirksamkeitsstudien unter Einhaltung des Wissenschaftsverständnisses der Methodik der empirischen Sozialforschung vorlegen kann. Da die Kosten einer einzigen Studie bei ca. 250.000,-- EUR liegen dürften, wäre das eine Investition von ca. 3 Millionen EUR, - aufzubringen von der oder den beantragenden Personengruppen, die das Verfahren vertreten. Eine Kassenzulassung wird das NLP, - und nicht nur das NLP, sondern auch viele anderen Therapieverfahren -, unter diesen Umständen noch sehr lange nicht erhalten. Und wer setzte diese Bedingung der nachgewiesenen Wissenschaftlichkeit fest? Das waren und sind -Überraschung! Überraschung!- die Vertreter der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie, welche die politischen Gremien besetzen. Die beiden etablierten älteren Verfahren sind eine konservative Macht, die sich Deutungs- und Bewertungshoheit in den entsprechenden politischen Gremien verschaffen konnte, einfach weil sie wiedermal die ersten, deshalb aber nicht auch gleich die wirksamsten, Verfahren waren/sind. Macht ersetzt den Nachweis der Wissenschaftlichkeit der zugelassenen Verfahren. Die Zulassung als Richtlinienverfahren bedeutet also noch lange nicht, daß die Psychoanalyse oder die Verhaltenstherapie dem NLP in der therapeutischen Kraft überlegen sind. Wer die stärkere Wirkkraft hat, das wird die Geschichte erweisen.


Auch die katholische Kirche konnte über Jahrtausende hinweg ihre Sicht der Dinge nur mit Hilfe ihrer psychischen und oft auch militärischen Macht behaupten. So ist es auch mit der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie. Deren Macht besteht in einer Art Deutungshoheit darüber, was gute Psychotherapie ist und was nicht gute Psychotherapie ist. Und sie bestimmen letztendlich darüber, welches Verfahren eine Kassenzulassung erhält und welches nicht. Und nur deshalb melden sich bei diesen Schulen noch Ausbildungskandidaten. Es ist nicht die nachgewiesene Wissenschaftlichkeit, die die Ausbildungskandidaten rekrutiert, - auch nicht die Begeisterung darüber, wie da Psychotherapie betrieben wird, sondern es ist die Erwartung auf den Erwerb einer Zugangsberechtigung zu den Futtertrögen. Über die Ausbildung in Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie kommt man halt bei Einhaltung der gesetzlichen Ausbildungsbestimmungen (Psychotherapeutengesetz) zu einem Gelderwerb.


Mit NLP ist das nicht der Fall. Das NLP hat keine Kassenzulassung zu vergeben, und damit ist bereits eine Entscheidung gegen das NLP gefallen: Wenn das NLP von den Kassen nicht anerkannt wird, warum soll man es dann lernen? Und da das NLP sogar verpönt ist, wer wollte sich dazu bekennen. Aber heimlich in einen NLP-Kurs gehen, um das Erlernte einfach mit der Psychoanalyse oder der Verhaltenstherapie zu mischen, das ist Gang und Gäbe.


Unabhängig hiervon ist es jedoch eine Tatsache, daß das NLP auch ohne universitäre Vertretung und ohne Kassenzulassung das derzeit modernste und wirkungsvollste Instrument in den Bereichen Psychologie, Psychotherapie, Kommunikation und Coaching ist. Gerade im Bereich des Coachings, also der Psychotherapie mit gesunden Menschen, genießt das NLP eine heimlich führende Rolle, Anerkennung und Verbreitung. Seit einigen Jahren versuchen die Verbände und Gesellschaften der Richtlinienpsychotherapien angesichts schwächer werdender Nachwuchszahlen in den Coaching-Markt (Einzel-Coaching und Unternehmensberatung) einzudringen, - und treffen dort auf den Marktführer NLP (DVNLP). Das NLP hat sich diese Marktführerschaft auch ohne Kassenzulassung erworben, und zwar durch Leistung.


Es ist wie bei Galileo Galilei: er hatte Recht, auch wenn die Menschheit noch einige Jahrhunderte benötigte, um einem überlegenden Denksystem die Ehre zu erweisen. Und so war es auch bei Freud, der in seiner Theoriebildung wirklich das Revolutionärste auf den Markt geworfen hat, was seine Zeit zu bieten hatte. Dem gebührt Respekt! Die Psychoanalyse war eine ihrer Zeit angemessene und diese Zeit gleichzeitig umbrechende Theorie. Der Gedanke, Psychisches aus Psychischem zu erklären, der geschichtliche Perspektivismus in der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie, die Unterscheidung von kindlicher und Erwachsenensexualität und die Entdeckung der Regeln des Unbewußten waren und sind Glanzstücke der Psychologie. Problematisch blieb das Verhaftetbleiben in einem psychischen Realismus. Dennoch, ohne die Psychoanalyse gäbe es heute kein NLP. Die Psychoanalyse und die Verhaltenstherapie waren ein notwendiger geschichtlicher Zwischenschritt auf dem Weg zu weiteren Psychologien. An beiden konnte man sich über das Funktionieren des Psychischen und der Psychotherapie etwas klar machen, - deshalb mußten beide Systeme Extrempositionen beziehen und sich bekämpfen. Aber letztlich muß sich jede Zeit die für sie passende Sichtweise vom Funktionieren des Psychischen immer wieder neu erfinden. Jetzt im 21. Jahrhundert sind die Psychoanalyse und natürlich auch die Verhaltenstherapie angesichts der modernen Hirnforschung und der Neuropsychotherapie überholt. Was einmal revolutionär war, ist heute die Bremse des Fortschritts. Was einmal Lust war, das ist jetzt Last. Beide Systeme gehören in das 20. Jahrhundert, haben dieses Jahrhundert bestimmt und dominiert und sind zu Beginn des 21. Jahrhundert durch das NLP und die neuere Hirnforschung abgelöst worden. Wie blamabel ist dagegen der neurotische Versuch von Solms und Solms eine "Neuropsychoanalyse" (Kaplan-Solms, Karen und Solms, Mark:, Neuro-Psychoanalyse, Stuttgart 2003) zu schaffen und die psychischen Instanzen in den neurologischen Bildgebungen wieder zu finden. Hier soll etwas gerettet werden, was nicht mehr gerettet werden kann. Da sollte man besser sagen "Ok, wir schulen um."


Die Kombination von neuerer Hirnforschung und NLP, - denn beide gehören zusammen wie der Deckel auf den Topf -, ist wohl für die nächsten Jahre bestimmend. Und jetzt müssen wir wieder 100 Jahre warten, bis erneut eine wirkliche Neuerung, ein neues Paradigma von Psychotherapie, auf den Markt kommt, welches das NLP ablöst. Und dazwischen dürfen sich nun alle, die zu Ehre und Ruhm drängen, mit dem Ausschlachten und dem Differenzieren der NLP-Sichtweisen beschäftigen, so wie es die Psychoanalytiker auch 100 Jahre lang (von der Traumdeutung im Jahre 1900 bis zu Kernberg u.a. im ausgehenden 20. Jahrhundert) mit der Psychoanalyse machten. Oder wer versteht noch einen dieser hochgeschraubten und phänomenfernen Texte moderner psychoanalytischer Autoren? Man hat dann beim Lesen zunehmend das Gefühl, daß das alles nur noch nebeneinander gestellt wird, ohne daß noch jemand weiß, wie das alles noch zusammen paßt. Das ist dann der Moment, wo man spürt, daß das jetzt so nicht mehr weiter geht und wo man hofft, es käme mal etwas grundsätzlich Anderes, ein neues Paradigma. Es ist wie auf dem Musikmarkt: Was waren wir alle froh, als der deutsche Schlager durch Rock und Beat abgelöst wurde. Seither ist aber nicht etwas wirklich Neues gekommen, - obwohl es nach 60 Jahren Rock mal wieder Zeit dazu wäre.


Üxheim, den 25.03.2015
Update, den 27.05.2016


© Dr. Franz-Josef Klar








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